Ist Reposting auf Instagram erlaubt?

Instagram hat sich in den letzten Jahren von einer einfachen Foto-Plattform zu einem der beliebtesten sozialen Netzwerke entwickelt. Doch während andere Netzwerke das Teilen von Beiträgen anderer Nutzer schon lange ermöglichen (Facebook: Teilen; Twitter: Retweet), gibt es eine solche Funktion bei Instagram grundsätzlich nicht. Die Nutzer stört das allerdings kaum. Sie fertigen einfach einen Screenshot des zu teilenden Bildes an und reposten dieses auf dem eigenen Account. Doch ist diese Art des Teilens rechtlich in Ordnung?

Bilder auf Instagram sind urheberrechtlich geschützt

Sämtliche Fotos auf Instagram genießen, wie jedes andere Foto auch, urheberrechtlichen Schutz. Das bedeutet, dass zunächst ausschließlich der Urheber – d.h. der Fotograf – berechtigt ist, das Foto zu nutzen und auf Instagram zu veröffentlichen.

Mit der Anmeldung bei Instagram erteilt der Urheber allerdings dem Betreiber eine Lizenz zur Nutzung der hochgeladenen Fotos. In den AGB von Instagram heißt es hierzu:

„Du gewährst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, weltweite Lizenz zur Nutzung jedweder IP-Inhalte, die du auf Instagram postest („IP-Lizenz“). Diese IP-Lizenz dient nur dem Zweck der Zurverfügungstellung des Instagram-Dienstes, und diese IP-Lizenz endet, wenn du deine IP-Inhalte löschst, es sei denn, deine Inhalte wurden mit anderen geteilt und diese haben die Inhalte gelöscht (je nachdem, was später stattfand). Wie in den Datenschutzrichtlinien beschrieben, kannst du auswählen, wer deine Inhalte und Aktivitäten sehen kann, einschließlich deiner Fotos.“

Im Klartext heißt dies: Sämtliche auf Instagram hochgeladenen Fotos dürfen von Instagram zum Betrieb des Netzwerkes genutzt werden. Hierzu zählen beispielsweise

  • das Anzeigen der Fotos im Instagram-Feed,
  • das Versenden von Fotos über die Nachrichten-Funkion (Instagram Direct) oder auch
  • das Einbinden von Fotos auf Websites mittels eines Einbettungscodes.

Im Rahmen dieser Lizenz dürfen auch andere Nutzer die hochgeladenen Fotos nutzen und diese beispielsweise über die „Direct“-Funktion an andere Nutzer versenden.

Reposting ist nicht erlaubt

Instagram bietet derzeit allerdings keine Funktion zum Reposten von Fotos an. Insofern ist diese Art der Nutzung auch nicht von den Instagram-AGB und der darin erteilten Lizenz abgedeckt. Nutzer, die  Screenshots von fremden Bildern anfertigen und diese dann auf ihrem Account posten, begehen damit eine Urheberrechtsverletzung. Diese kann vom Urheberrechtsinhaber abgemahnt werden, häufig ist dann auch ein Schadenersatz fällig.

Besser: Erlaubnis einholen

Um solche unangenehme Folgen zu vermeiden, sollte vor dem Reposting eines Fotos unbedingt die Erlaubnis des Urhebers angefragt werden. Dies kann unkompliziert über die Kommentar- oder Nachrichtenfunktion auf Instagram geschehen. Der Urheber kann dann selbst entscheiden, ob und wie sein Foto geteilt werden darf. Viele Fotografen legen beispielsweise Wert darauf, dass bei einem Reposting der Name des Urhebers genannt wird und dieser ggf. auch verlinkt wird. Hält man sich an diese Bedingungen, dann steht einem Report nichts mehr im Wege.

Alternative: Fotoaktion starten

Alternativ kann man als Instagram-Nutzer auch eine Fotoaktion starten und seine Follower dazu aufrufen, Bilder mit einem speziellen Hashtag zu versehen, damit diese dann auf dem eigenen Account veröffentlicht werden können.  So schreiben beispielsweise die Betreiber des beliebten Accounts „koelnergram“ unter jeden ihrer Posts:

Wenn Ihr auch gefeatured werden möchtet, postet Eure besten Bilder aus Köln & Umgebung mit #koelnergram. Dann könntet Ihr schon bald der oder die Auserwählte sein!

Postet nun ein Nutzer ein Foto mit dem #koelnergram, so erteilt er damit den Betreibern von „koelnergram“ auch eine Lizenz zum Reposten.

 

Beitragsfoto: Picjumbo.com